Sensationsfunde 2023: Die spektakulärsten archäologischen Entdeckungen des Jahres
Funde, die Experten verblüfften

Durch den technologischen Fortschritt, die Auswirkungen des Klimawandels und das Glück von Hobby-Archäologen kommen immer wieder Geheimnisse der Vergangenheit ans Licht, die selbst Fachkundige verblüffen. Von der ältesten Taverne der Welt über steinzeitliche Affenwerkzeuge bis hin zu einem Bronzezeitpfeil aus dem Eis: Die außergewöhnlichsten archäologischen Entdeckungen des Jahres 2023 zeigen, dass es noch viel Neues über die Menschheitsgeschichte zu lernen gibt.
Schmuck aus der Bronzezeit, Schweiz

Bei einem Rundgang mit seinem Metalldetektor machte ein Mann im schweizerischen Güttingen einen erstaunlichen Fund: In einem Karottenfeld entdeckte der Hobby-Archäologe eine Schmucksammlung aus der mittleren Bronzezeit (um 1500 v. Chr.), wie Forschende im Oktober 2023 mitteilten. Der Fund umfasst zwei kunstvoll gefertigte Spiralfingerringe, eine Handvoll größerer Spiralen aus Golddraht, einen versteinerten Haifischzahn, eine bronzene Pfeilspitze und mehr als hundert Bernsteinperlen.
Besonders außergewöhnlich sind jedoch 14 große Bronzescheiben, durch die jeweils ein Band gezogen werden kann – offenbar eine Halskette. Wie gelangte der Schatz ins Karottenfeld? Weitere Untersuchungen des Fundortes ergaben keine Hinweise auf ein Grab. Der Schmuck wurde daher wahrscheinlich absichtlich in der Erde versteckt, vielleicht zu Krisenzeiten.
Handprothese aus dem Mittelalter, Bayern, Deutschland

In Bayern machten Archäologen eine ungewöhnliche Entdeckung: In Freising bei München stießen sie auf das jahrhundertealte Skelett eines Mannes, der eine Handprothese aus Metall trug. Eine Radiokohlenstoffdatierung zeigte, dass der Mann zum Zeitpunkt seines Todes zwischen 30 und 50 Jahre alt war und zwischen 1450 und 1620 gelebt haben muss.
Die Prothese bestand aus vier einzeln geformten, gekrümmten Fingern, die an einer aus Blech gefertigten Handfläche befestigt waren. Spuren an den Knochen deuteten auf eine Amputation hin, nach der die Prothese am Handstumpf festgeschnallt wurde. Der Daumenknochen des Mannes war zum Erstaunen der Wissenschaftler noch intakt.
Wandmalerei der Moche, Peru

Archäologen entdeckten in Peru bei Ausgrabungen in Pañamarca zwei prächtige Wandmalereien, die mehrere Jahrhunderte vor der Inka-Kultur entstanden sind. Sie sind in leuchtendem Rot und Gold gehalten und zeigen zwei zweigesichtige Männer. Einer der Abgebildeten hält einen Federfächer in der rechten sowie einen von trinkenden Kolibris umschwirrten Kelch in der linken Hand.
Die Wandmalereien sind das Werk der Moche, einer landwirtschaftlich geprägten Zivilisation, die im Norden Perus zwischen 500 und 800 n. Chr. ihre Blütezeit erlebte. Das Kunstwerk schmückt eine große, teilweise ausgegrabene Zeremonienhalle, der man eine wichtige politische oder religiöse Bedeutung zuschreibt.
Ältester Runenstein der Welt, Norwegen

In einem alten Wikinger-Grab in der Nähe von Tyrifjorden, westlich der norwegischen Hauptstadt Oslo, wurde der vermutlich älteste Runenstein der Welt ausgegraben. Die Inschriften auf dem nur rund 31 mal 32 Zentimeter großen Sandsteinblock seien bis zu 2.000 Jahre alt und stammten damit aus der Anfangszeit der Runenschrift, wie die Wissenschaftler mitteilten.
Die Forschenden arbeiten daran, die alten Schriftzeichen, die in Skandinavien vor der Einführung des lateinischen Alphabets verwendet wurden, zu entschlüsseln – keine leichte Aufgabe. Einige Zeichen könnten einen Namen bedeuten, so die Experten, doch gebe es noch eine Menge Forschungsarbeit.
Älteste Mumie des Landes, Ägypten

In der altägyptischen Totenstadt Sakkara entdeckten Archäologen die vermutlich älteste Mumie, die jemals in Ägypten gefunden wurde. Bei dem mit Blattgold geschmückten Toten handelt es sich um einen Mann namens Hekaschepes, der nicht zum Königsgeschlecht gehört haben soll. Sein Sarkophag sei mehr als 4.300 Jahre verschlossen und seine Mumie außergewöhnlich gut erhalten gewesen.
Außer der goldverzierten Mumie wurden vier Gräber freigelegt, deren Wände mit Hieroglyphen und Alltagsszenen aus der Zeit zwischen dem 25. und 22. Jahrhundert v. Chr. bemalt waren. Der Fundort liegt unweit der Stufenpyramide, der ältesten noch erhaltenen Pyramide Ägyptens.
Dako-Schwert, Japan

In einem 1.600 Jahre alten Grabhügel in der Nähe der japanischen Stadt Nara wurde ein riesiges Schwert ausgegraben. Für eine Verwendung im Kampf wäre die 2,28 Meter lange Waffe viel zu unhandlich gewesen – deshalb wird vermutet, dass es mit einer hochrangigen Person begraben wurde, um böse Geister abzuwehren.
Die Waffe ist in Japan als „Dako-Schwert“ bekannt und zeichnet sich durch ihre charakteristische, gewellte Klinge aus, die oft mit einer Schlange verglichen wird. Das Schwert stammt aus der frühen Kofun-Periode (250–538 n. Chr.). In dieser Epoche wurden Verstorbene der herrschenden Klasse in besonders großen Grabhügeln bestattet, um ihre Gebeine zu schützen.
Glasfragment mit der Göttin Roma, Italien

Beim Bau einer neuen U-Bahn-Station in Rom entdeckten Arbeiter dieses goldene Glasfragment aus der Antike. Der seltene Fund aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. war wahrscheinlich einst der Boden eines luxuriösen Trinkbechers. In Blattgold eingearbeitet zeigt er das Abbild von Roma – der Göttin, die das antike Rom verkörperte. Das prachtvolle Goldglas ist das erste Artefakt dieser Art, das jemals gefunden wurde.
Die neue Metrostation soll ein kleines Museum beherbergen, in dem neben dem goldenen Glasfragment auch andere in der Nähe gefundene Artefakte zu sehen sein werden.
Älteste Taverne der Welt, Irak

Ein amerikanisch-italienisches Team, das gerade die archäologischen Überreste der sumerischen Stadt Lagasch ausgräbt, hat die wahrscheinlich älteste bekannte Kneipe der Erde entdeckt. Die Taverne stammt aus dem Jahr 2.700 v. Chr. und umfasst einen Essbereich im Freien, einen Bereich für die Zubereitung von Speisen, Spuren von Essensresten und sogar einen fünf Jahrtausende alten Kühlschrank. Außerdem wurde eine Tafel mit einem antiken Rezept für Bier gefunden.
Projektleiterin Holly Pittman erklärte, dass es sich offensichtlich um einen Ort handelte, an dem Menschen gesellig zum Essen und Trinken zusammenkommen konnten. „Wir nennen es eine Taverne, weil Bier für die Sumerer das bei weitem populärste Getränk war, sogar noch viel beliebter als Wasser."
Steinzeitliche Affenwerkzeuge, Brasilien

Archäologen und Paläologen, die an einer Reihe von Ausgrabungsstätten im Nordosten Brasiliens arbeiteten, haben eine bahnbrechende These aufgestellt. Sie denken, dass steinzeitliche Werkzeuge, die ursprünglich den Menschen zugeschrieben wurden, in Wirklichkeit von Kapuzineraffen aus derselben Zeit hergestellt wurden.
Die Werkzeuge, die in pleistozänen Fundstätten wie Pedra Furada gefunden wurden, weisen nämlich dieselben Ablagerungen auf wie Steine, die heutzutage von den Tieren zum Nüsseknacken verwendet werden. Besagte Theorie wurde von dem Archäologen Agustín Agnolín und dem Paläontologen Federico Agnolín in einem Bericht in der Fachzeitschrift „The Holocene“ veröffentlicht. „Wir vermuten stark, dass die frühen archäologischen Funde aus Brasilien nicht vom Menschen stammen, sondern von Kapuzineraffen“, so die Forscher.
Lächelnde Sphinx, Ägypten

Bei Ausgrabungen im ägyptischen Dendera-Tempelkomplex (am östlichen Nilufer in Qena) entdeckten Forschende eine Mini-Sphinx mit ungewöhnlichen Gesichtszügen. Das lächelnde Mischwesen aus Löwenkörper und Menschenkopf stellt nicht etwa einen göttlichen Pharao, sondern vermutlich den römischen Kaiser Claudius dar, der im 1. Jahrhundert n. Chr. für die Ausbreitung Roms in der nordafrikanischen Region verantwortlich war. Wer genauer auf das lächelnde Gesicht der Statue schaut, erkennt sofort die kleinen Grübchen, die laut Mahdou el Damati, Mitglied des Archäologenteams der Ain-Schams-Universität, „königliche Züge“ repräsentieren.
Schwert aus der Bronzezeit, Deutschland

Im bayerischen Nördlingen stieß ein Archäologenteam bei Ausgrabungen auf ein mehr als 3.000 Jahre altes Bronzeschwert. Der Fund war so gut erhalten, dass er „fast noch glänzt“, wie die Forschenden mitteilten. Das Schwert hat einen achteckigen Griff mit einem charakteristischen Zickzack-Muster darauf und wird auf die Mitte der Bronzezeit datiert, also etwa auf das Ende des 14. Jahrhunderts v. Chr.
„Der Erhaltungszustand ist außergewöhnlich“, sagte Professor Mathias Pfeil, Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, der Nachrichtenagentur AP. „Ein solcher Fund ist sehr selten.“
Synagoge aus dem Mittelalter, Spanien

In Spanien sind mittelalterliche Synagogen nicht leicht zu finden. Die meisten jüdischen Bauwerke wurden während der spanischen Inquisition zerstört, nur vier Gebetshäuser aus der damaligen Zeit hatten bis heute überdauert. Denn das Alhambra-Edikt, ein königlicher Erlass aus dem Jahr 1492, besiegelte die Vertreibung spanischer Juden aus dem Land. Umso erstaunlicher also, als ein Team spanischer Archäologen im Februar 2023 die Entdeckung einer weiteren und noch dazu bestens erhaltenen Synagoge aus dem 14. Jahrhundert bekannt gab, die sich hinter den Mauern eines Nachtclubs im andalusischen Utrera versteckte.
1604 beschrieb ein Priester in einem Dokument, dass sich die florierende Synagoge am Standort des Krankenhauses der Stadt befunden habe. Archäologen arbeiteten zwei Jahre daran, diese Theorie zu beweisen. Das Gebäude, in dem sich die Synagoge befindet, diente seitdem als Kinderheim, Restaurant und zuletzt als Bar und Diskothek.
Neue Moai-Statue, Osterinsel

Anfang 2023 wurde auf der Osterinsel eine neue Moai-Statue entdeckt. Aufgrund der außergewöhnlichen Hitze sank der Wasserspiegel des Rano-Raraku-Sees dramatisch – dadurch kam die Statue im Sediment zum Vorschein.
Die Statue ist kleiner als die anderen auf der Insel, aber deshalb nicht weniger bedeutend. Archäologen untersuchen den Fundort weiter und hoffen, noch weitere Moai-Statuen oder Werkzeuge zu finden, die zu ihrer Herstellung verwendet worden sein könnten.
Antiker römischer Weinkeller, Italien

Eigentlich dachten Forschende, schon alles über die Ruinen der Villa dei Quintili an der Via Appia bei Rom zu wissen. Als Archäologen des italienischen Kulturministeriums versuchten, auf der zur Villa gehörenden Wagenrennbahn einen der Startpunkte zu finden, stießen sie jedoch auf etwas wirklich Außergewöhnliches. Sie fanden einen prunkvollen antiken Weinkeller mit luxuriösen Speisesälen und einem Brunnen, aus dem einst Wein sprudelte. Die Hypothese besagt, dass der Kaiser jedes Jahr die Villa besuchte, um die Weinernte mit einer Zeremonie und einem feucht-fröhlichen Bankett einzuleiten.
Buddha-Statue, Ägypten

Schon seit Ende des 4. Jahrtausends v. Chr., als die ersten Pharaonen über Ägypten zu herrschen begannen, verehrten die Einwohner des Königreichs zahlreiche Götter und Göttinnen. Der Buddhismus war dort jedoch allem Anschein nach nicht verbreitet. Daher sorgte es für umso größeres Erstaunen, als Archäologen bei Ausgrabungen in einer der ägyptischen Göttin Isis gewidmeten Tempelanlage in der altägyptischen Hafenstadt Berenike eine über 70 Zentimeter hohe Buddha-Statue freilegten – angeblich die erste Figur dieser Art, die jemals westlich von Afghanistan gefunden wurde.
Der Fund wurde um 100 n. Chr. angefertigt und ist Teil einer wachsenden Zahl von Beweisen für eine rege Handelsbeziehung zwischen Indien und dem einst von den Römern kontrollierten Ägypten, das schon immer als das Tor zwischen dem Mittelmeerraum und Südasien galt. Die Statue wurde vermutlich vor Ort gefertigt, was nahelegt, dass es einst eine in Ägypten ansässige indische Händlergemeinschaft gab und nicht nur indische Kaufmänner auf Durchreise.
Maya-Ruinen, Guatemala

Eine kürzlich von der Idaho State University durchgeführte Luftbilduntersuchung des Karstbeckens Mirador-Calakmul in Nordguatemala lieferte 2023 erste Ergebnisse. Die sogenannte LiDAR-Vermessung (LiDAR steht für „Light Detection and Ranging“) brachte 964 bisher unbekannte alte Maya-Siedlungen unter dem Gebüsch zum Vorschein. Diese stammen überwiegend aus der vorklassischen Periode (ca. 1.000 v. Chr.–150 n. Chr.). Jetzt graben Archäologen vor Ort zahllose Schätze aus. Die Funde deuten darauf hin, dass es hier eine bevölkerungsreiche und homogene Maya-Zivilisation gab, die weitaus höher entwickelt war als bisher angenommen.
4.000 Jahre alte Straußeneier, Israel

Bei Ausgrabungen in den Sanddünen der Negev-Wüste neben einer alten Feuerstelle entdeckte ein Ausgrabungsteam die Fragmente von 4.000 Jahre alten Straußeneiern. Die Überreste von acht Eiern wurden in der Nähe von Nitzana an der israelisch-ägyptischen Grenze auf einem Lagerplatz gefunden, der von Nomaden „seit prähistorischen Zeiten“ genutzt wurde. Lauren Davis, Leiterin der Ausgrabungsstätte der israelischen Altertumsbehörde, erklärte, dass die Eier in der Nähe von Steinen, Feuersteinen, Werkzeugen und Keramikscherben lagen. Sie wurden also wahrscheinlich gekocht. Dies gewährt einen faszinierenden Einblick in das Leben der alten Völker in dieser Region.
Kriegerin aus der Eisenzeit, England, Großbritannien

Als 1999 auf den Scilly-Inseln eine eisenzeitliche Grabstätte mit menschlichen Überresten, einem Schwert und einem Spiegel entdeckt wurde, waren die Fachleute verblüfft. Normalerweise wurden vor 2.000 Jahren Männer mit Waffen und Frauen mit Spiegeln bestattet – doch dies war das erste Mal, dass in Westeuropa in einem Grab aus dieser Zeit beides gefunden wurde. Eine DNA-Analyse löste im Juli 2023 das Rätsel und ergab, dass das Grab einer Frau gehörte. Dies deutet darauf hin, dass Frauen in der Eisenzeit aktiver am Kampf teilnahmen als bisher angenommen und den Weg für Kriegerinnen wie die britannische Heerführerin Boudicca ebneten.
Mittelalterlicher Schatzfund, Deutschland

In Schleswig-Holstein dürfen Metalldetektoren nur nach einer Schulung und einer Prüfung durch das Archäologische Landesamt verwendet werden. Nicki Andreas Steinmann, ein angehender Hobby-Schatzsucher, machte im März 2023 während einer betreuten Exkursion zu Übungszwecken einen spektakulären Fund. Er hatte zuvor erst zweimal einen Metalldetektor benutzt, doch in der Nähe der einstigen Wikingersiedlung Haithabu stieß er wortwörtlich auf eine Goldgrube: Er fand einen acht Jahrhunderte alten Schatz aus dem Mittelalter.
Die Edelmetalle und Juwelen stammen wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts; ein Teil des Geldes lässt sich auf die Regierungszeit des dänischen Königs Waldemar II. zurückführen. Das bedeutendste Fundstück ist ein Paar goldener Ohrringe im byzantinischen Stil, das mit funkelnden Edelsteinen besetzt ist.
Christliche Wandmalereien im alten Nubien, Sudan

Im Sudan machten Archäologen einen bedeutsamen unterirdischen Fund: In der alten makurianischen Hauptstadt Alt Dunqula (eine Ruinenstadt, nicht zu verwechseln mit der modernen Landeshauptstadt Dunqula etwa 80 Kilometer flussabwärts) stießen die Forschenden zufällig auf mehrere geheime Räume, die mit kunstvollen christlichen Fresken bemalt waren. Das Team des polnischen Zentrums für mediterrane Archäologie untersuchte eigentlich Wohnhäuser aus der Funj-Zeit (1504-1821). Besonders bezeichnend: Für die auf den Wandmalereien dargestellten Szenen gibt es laut Experten keine Parallelen in der nubischen Malerei.
Makuria herrschte vom 5. bis zum 15. Jahrhundert über weite Gebiete des heutigen Ägyptens und Sudans und wehrte durch Kriege und Diplomatie fast ein Jahrtausend lang muslimisch-arabische Armeen ab. Die neu entdeckten Wandmalereien zeigen Darstellungen von Christus, der Jungfrau Maria, dem Erzengel Michael und mindestens einem nubischen König.
„Pizza“-Fresko, Italien

Im Juli 2023 sorgte ein antikes römisches Fresko für Furore im Internet – es zeigt nämlich die womöglich älteste Pizza der Welt. Die Wandmalerei wurde bei neuen Ausgrabungen in der Ruinenstadt Pompeji entdeckt. Sie schmückt die Wand eines Hauses, das einst an eine Bäckerei angrenzte. Die abgebildete „Pizza“ ist rund und mit verschiedenen Früchten belegt, darunter ein Granatapfel und eine Dattel. Archäologen wiesen darauf hin, dass wichtige Zutaten fehlen, nämlich Mozzarella und Tomaten. Sie denken aber, dass es sich um einen Vorläufer des modernen Gerichts handeln könnte.
Europas ältestes Dorf, Albanien

Archäologen haben womöglich das älteste bekannte Dorf in Europa entdeckt, falls die Ergebnisse der Kohlenstoffdatierung ihre Hypothese bestätigen. In Albanien wurden auf dem Grund des Ohridsees (an der Grenze zu Nordmazedonien) hunderte von Pfählen aus Baumstämmen gefunden. Das Ausgrabungsteam nimmt an, dass es sich um die Überreste einer 8.000 Jahre alten Pfahlbausiedlung handelt – eine Sensation, denn damit wäre diese Pfahlbausiedlung rund 2.000 Jahre älter als alle bisher bekannten.
Es ist noch zu früh, um die ursprüngliche Größe des Dorfes zu bestimmen, aber eine versunkene Verteidigungsmauer aus zehntausenden von Holzpfählen deutet darauf hin, dass sie sehr groß war.
Versunkene Schätze, Ägypten

In einem versunkenen Tempel des Gottes Amun wurden Schätze gefunden, die Geheimnisse der Pharaonen verraten. Goldschmuck (im Bild), silberne Ritual-Instrumente und zerbrechliche Alabasterbehälter für Parfüm oder Salben wurden im September 2023 an der Fundstelle Thonis-Heracleion in der Bucht von Abukir vor der Küste Ägyptens entdeckt. Das Europäische Institut für Unterwasserarchäologie, das die wertvollen Gegenstände freigelegt hat, geht davon aus, dass die Pharaonen im Tempel „vom obersten Gott des altägyptischen Pantheons die Titel ihrer Macht als universelle Könige empfingen".
Älteste Sandalen Europas, Spanien

In der Cueva de los Murciélagos (Fledermaushöhle) in Spanien entdeckten Forschende die ältesten Sandalen Europas. Die gut erhaltenen Espadrille-ähnlichen Schuhe aus Pflanzenfasern (rechts im Bild neben einem Hammer) sind mehr als 6.000 Jahre alt und kamen neben kunstvoll geflochtenen Körben und anderen hölzernen Artefakten und Werkzeugen bei der Erforschung der Höhle zum Vorschein. Die Objekte reichen bis in die Zeit der Jäger und Sammler zurück.
Die Cueva de los Murciélagos liegt zwei Kilometer von Albuñol entfernt und ist eine der bedeutendsten prähistorischen Ausgrabungsstätten der Iberischen Halbinsel.
Goldfolienfiguren, Norwegen

Fünf winzige geheimnisvolle Artefakte aus Goldfolie wurden in einem heidnischen Tempel im norwegischen Hov gefunden. Die detailreich gearbeiteten Figuren, die weniger als einen Zentimeter groß sind, stellen edel gewandete Frauen und Männer dar, die mit Tieren, Schmuck, Waffen und Trinkbechern zu sehen sind. Die in Mauern und Pfostenlöchern vergrabenen Schätze sollen absichtlich so platziert worden sein, als seien sie eine Opfergabe für das Gebäude.
Während solche Folienfiguren in ganz Skandinavien üblich sind, findet man sie in Norwegen eher selten. Der Archäologe Nickolai Echkoff ist der Meinung, dass der Fund etwas über die Bedeutung der Gegend aussagt. Er sagte: „Die Figurinen und der Tempel bestätigen, dass sich in der späten norwegischen Eisenzeit hier ein Machtzentrum befand."
Höhle mit unheimlichen Kratzspuren, Spanien

Im Südosten von Spanien entdeckten Forschende eine riesige Höhle mit unheimlichen Kratzspuren, die über Jahrtausende hinweg verschüttet war. Der unterirdische Komplex aus zahlreichen Kammern und Hallen zählt zum Höhlensystem Cueva del Arco in der Region Murcia, über das man bereits wusste, dass es schon vor mehr als 50.000 Jahren von Menschen bewohnt war.
Die bis zu drei Meter langen Kratzspuren deuten aber darauf hin, dass in der Tropfsteinhöhle auch die vor rund 24.000 Jahren ausgestorbenen Höhlenbären überwinterten. Forschende waren zuvor davon ausgegangen, dass die Tiere nur in Nordeuropa lebten. Nun soll die Höhle, die der leitenden Höhlenforscher Ignacio Martín Lerma als „Entdeckung von Weltrang“ bezeichnete, detailliert erforscht und auch die Spuren der Höhlenbären eingehend untersucht werden.
Älteste Holzkonstruktion der Welt, Sambia

In Sambia wurde die wahrscheinlich älteste bekannte Holzkonstruktion der Welt entdeckt. Die Forschenden fanden im September 2023 in einer archäologischen Stätte oberhalb der Kalambo-Fälle bearbeitete Holzstämme, die mindestens 476.000 Jahre alt sind – und somit sogar älter als die Evolution unserer eigenen Spezies, des Homo sapiens. Diese Strukturen, die Spuren von Bearbeitung mit Steinwerkzeugen aufweisen, könnten als Fundamente für primitive Plattformen oder Gebäude gedient haben.
Der Fund stellt die bisherige Vorstellung eines nomadischen Lebensstils in der Altsteinzeit infrage und zeigt, dass diese frühen Menschen ihre Umgebung aktiv gestalteten. Laut Professor Larry Barham von der Universität Liverpool habe diese Entdeckung die Vorstellung von unseren frühen Vorfahren grundlegend verändert.
3.000 Jahre alter Pfeil aus dem Gletschereis, Norwegen

Im September 2023 stießen Archäologen im norwegischen Jotunheimen-Gebirge auf einen seltenen prähistorischen Pfeil, der die letzten drei Jahrtausende im Gletschereis eingeschlossen war. Experten gehen davon aus, dass der Pfeil von Rentierjägern während der skandinavischen Bronzezeit verwendet wurde. Der Klimawandel lässt das Eis in der Region schmelzen – zahlreiche Relikte aus vergangenen Jahrtausenden werden dadurch freigelegt.
Der Fund ist selbst für Experten aufregend: Die Fasern, mit der die Pfeilspitze befestigt wurde, sind noch intakt, ebenso wie das schwarze Pech, das sie bedeckt. Pfeile aus der Eisenzeit mit noch angebrachten Spitzen sind an Fundstellen im Eis nicht ungewöhnlich, aber ein so altes Exemplar ist etwas ganz Besonderes.
Jetzt weiterlesen: Die neuesten Sensationsfunde, die selbst Experten verblüffen
Comments
Be the first to comment
Do you want to comment on this article? You need to be signed in for this feature
Most Popular
Destinations Incredible recent discoveries from ancient Egypt